Langzeittest – Falthocker 10T Tripod

Im Winter nie mehr ohne

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(mehr Bilder finden Sie weiter unten auf dieser Seite)

„Hach, das ist aber eine feine Sache! Sowas könnten wir auch brauchen!“ Ratet mal, auf welches Teil unseres Equipments andere Wanderer bei Schnee und Nässe regelmäßig mit diesem Ausruf deuten, uns unverhohlen beneiden und interessiert nachfragen: „Hält das denn auch?“ Na, und ob das hält! Wir haben unser Testobjekt dutzende Male mitgenommen und auf die Probe gestellt.

Die Rede ist von einem der preisgünstigsten und gleichzeitig nützlichsten Teile unserer Ausstattung, dem dreibeinigen Falthocker der Firma „10T Outdoor Equipment“, den wir keineswegs zu Testzwecken geschenkt bekommen, sondern in zweifacher Ausfertigung persönlich angeschafft haben.

So, und nun mal Hand aufs Herz, liebe Freunde der Wildnis, selbst die hartgesottensten Survivorgirls und -boys unter uns stehen doch absolut nicht drauf, ihre Brotzeit bei Matschwetter oder Schnee im Nassen auf dem Boden oder auf einem glitschigen Baumstamm hockend einzunehmen. Kein Wunder, ist es doch wenig verlockend, stundenlang mit eisigem, nassem Hinterteil weiterzuwandern. Ganz heikel wird’s, wenn man als Naturfotograf womöglich auch noch über längere Zeit auf einer Stelle sitzend ein Motiv aufs Korn nehmen muss. Klar haben wir auch schon oft die eigens dafür mitgeführte Plastiktüte aus dem Rucksack gezogen, irgendeine Stelle notdürftig freigeschaufelt und uns hingehockt. Manchmal auch auf den Boden mit den Knien quasi unterm Kinn. Jep, ging! Musste ja gehen. War aber nicht schön. Kalt von unten und ungemütlich.

Die Kernfragen vor der Anschaffung eines solchen Schemels sind natürlich: 

  1.  Ist er schwer?
  2.  Ist er sperrig und wie kann man ihn transportieren?
  3.  Hält mich das Ding überhaupt gewichtsmäßig?
  4.  Kippt man damit nicht um?
  5.  Wie teuer ist der Spaß?

Ist er schwer?

Wir haben uns nach vielen Produktvergleichen unter anderem deshalb für den Schemel „10T Tripod“ entschieden, weil er mit 800 g ein relatives Leichtgewicht ist. Für Spaziergänger mit einfacher, kurzer Strecke und wenig Gepäck mag das kein bedeutendes Kriterium sein, aber bei schweren Touren zählt bekanntlich jedes Gramm… und scheint von Schritt zu Schritt schwerer zu werden. Der getestete Hocker wird in Verbindung mit einem normal gefüllten Tagesrucksack auch in steilerem Gelände nicht zum Ballast. Man vergisst quasi, dass man ihn auf dem Rücken trägt.


Ist er sperrig und wie kann man ihn transportieren?

Damit wären wir auch schon bei der Frage nach Sperrigkeit und Transport. Zusammengeklappt betragen die Maße des Hockers ca. 58 x 8 cm.

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Wie man auf den Fotos sieht, ragt er selbstverständlich bei waagerechter Befestigung seitlich über Rucksack und Person hinaus. Im Unterholz, bei Aussichtsturmbesteigungen u. ä. kann das natürlich ein bisschen stören. Das lässt sich einfach nicht wegreden. Allerdings gibt es ja auch noch andere Transportmöglichkeiten.

Wer einen Skirucksack besitzt, nutzt sicherlich die seitliche Senkrechtlösung. Viele andere Rucksäcke haben offene Seitentaschen mit Gummizügen, in die „der Kleine“ seine Füße stecken kann. Bei taktischen Rucksäcken mit ihren variablen, vielseitigen Schlaufen gibt es eh keine Probleme, etwas senkrecht zu befestigen. Darüber hinaus hat die Firma am Hocker selbst einen langen, verstellbaren Tragegurt angebracht, mit dem man ihn z. B. über die Schulter hängen kann.
Verschlossen wird der Hocker zum Transport übrigens einfach wie ein Regenschirm mit einem Klettband. Nach einigen Malen hat man ihn mit zwei, drei Handgriffen auf- oder abgebaut.


Hält mich das Ding überhaupt gewichtsmäßig?

Macht man sich einmal die Mühe, all die Bewertungen von Käufern verschiedenster Fabrikate auf den gängigen Online-Plattformen zu studieren, so wird man feststellen, dass häufig harsche Kritik an der mangelnden „Tragfähigkeit“ solcher Hocker mit Stahlrohr-Beinen und Sitzbezug geübt wird. Von „einmal draufgesetzt und schon waren die Beine abgeknickt, obwohl ich nur 80 kg wiege“ bis hin zu „selbst bei meiner untergewichtigen Frau ist der Stoff beim zweiten Gebrauch schon eingerissen“ ist da einiges zu finden und mag in den meisten Fällen auch der Wahrheit entsprechen.

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Unser Testobjekt ist vom Hersteller mit einer max. Gewichtsbelastungsgrenze von 120 kg angegeben. Wir haben die beiden Exemplare in den vergangenen beiden Jahren wie gesagt bereits etliche Male (auch bei Open-Air-Musikveranstaltungen u. ä.) benutzt, wobei der männliche Tester knapp unter 90 kg und der weibliche ca. 58 kg wiegt. Wie die Fotos zeigen, sind bisher nicht die geringsten Schäden an beiden Schemeln zu erkennen. Sämtliche Nähte und das Einfassungsband sind sauber gearbeitet.

Ob das nur Glück bzw. Zufall oder ein Beweis für die gute Qualität ist, können wir natürlich nicht beurteilen, freuen uns aber, dass unsere Lieblinge uns weiterhin gute Dienste leisten.


Kippt man damit nicht um?

Nun zum Thema Umkippen: klar geht das, kriegt man hin! Man muss sich einfach nur damit auf einen total holprigen Untergrund setzen und gaaanz weit zur Seite lehnen. Plumps, schon liegt man samt Hocker. 😉

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Ganz im Ernst: Ein Dreibein-Höckerchen mit einer Sitzhöhe von nur 45 Zentimetern und einer Sitzbreite sowie -tiefe von jeweils 35 Zentimetern ist nun mal kein Fernsehsessel, weder vom Gemütlichkeitsfaktor her noch von der Standfestigkeit.
Trotzdem ist er wesentlich bequemer als man erwarten könnte. Und wer keinen vernünftigen Stellplatz aussuchen und für ein paar Minuten beim Essen oder Sockenwechseln Gleichgewicht halten kann, sollte lieber gar nicht ins Gelände gehen.


Wie teuer ist der Spaß?

Das Erfreulichste ganz zum Schluss: Bei diesem Teil stimmt das berühmt-berüchtigte Preis-Leistungsverhältnis absolut!
Wir haben unsere Exemplare für ca. 10 € pro Stück ergattert.
Sollte bei dem günstigen Preis nach etlichen Nutzungen wirklich mal etwas kaputtgehen, ja Mensch, was soll’s, da kann man sich dann auch mal einen neuen Schemel kaufen.

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Übrigens:

Da unsere Redaktion am Reinhardswald nördlich von Kassel, dem größten hessischen Mittelgebirge, ihren Sitz hat, sind wir hier natürlich auch häufig wandernd unterwegs. Leider ist das Gebiet nur sehr mangelhaft mit Rastmöglichkeiten am Wegesrand ausgestattet, so dass man oft schon verzweifelt nach einem Baumstumpf Ausschau hält, um sich einmal niederzulassen. Auch Lichtungen mit Gras sind Mangelware. Hier leistet der Dreibeiner inzwischen selbst bei Superwetter gute Dienste.
Darüber hinaus hält er auch gern mal mit seinem abwischbaren Polyester-Bezug als Beistelltischchen für Brotdosen oder Gepäck her, wenn wir im Winter doch mal einen Platz auf einer trockenen Bank gefunden haben.

Fazit: Wir möchten sie nicht mehr missen, unsere beiden Kleinen!


Produktdaten

Hersteller: 10T Outdoor Equipment
Typenbezeichnung: Tripod
Gewicht: 800 g
Maße: ca. 58 x 8 cm (zusammengeklappt)
Sitzhöhe: 45 cm
Sitzfläche: je 35 cm breit und tief
Bezug: Polye
ster 600D PU
Gestell: Stahlrohr
Maximale Belastbarkeit: 120 kg
Besonderheiten: Klettband zum Verschließen, Tragegurt
Preis: ca. 10 €

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