Extratour Guckaisee (Hochrhön/ Wasserkuppe)

Um den „Berg der Flieger“

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(mehr Bilder finden Sie weiter unten auf dieser Seite im Rahmen einer „Fotostrecke“)

Ein traumhaft schönes Wandererlebnis im Mittelgebirge erwartet Outdoor-Fans bei dieser Tour auf dem zertifizierten Premiumweg rund um den 950 Meter hohen „Berg der Flieger“: die Wasserkuppe. In Osthessen gelegen ist sie der höchste Berg der Rhön, imponiert aber mit weit mehr Superlativen als ihrer topografischen Exponiertheit.

Angesichts all der Freizeitmöglichkeiten wie Ski- und Rodelpisten, Kletterpark, Flugschulen, Museum, Natur-Info-Zentren, Badesee, Gastronomie etc., die den Besucher hier erwarten, ist man fast geneigt, zu vergessen, dass man diese Landschaft auch fantastisch wandernd erleben kann.

Die Rundtour, durch die man von einem roten „G“ auf weißem Grund geführt wird, kann am Besucherzentrum auf der Wasserkuppe, am Guckaisee oder im Ort Obernhausen gestartet werden.

Wir kannten sie bereits von einem Besuch bei warmem Wetter und nahmen sie im Rahmen unseres Tests von Wanderstrecken auf „Herbsttauglichkeit“ ein zweites Mal an einem Freitag Ende November unter die Lupe. Angekündigt für die Region war trockenes, kühles Wetter mit viel Sonnenschein und genauso war’s dann zu unserer Freude auch. Unser Start- und Zielpunkt lag oben auf der Wasserkuppe, die wir morgens in Richtung Pferdskopf verließen. Genauso würden wir die Tour aus konditionellen Gründen und aufgrund der Abfolge der Highlights auch empfehlen.

Als direkter Qualitätsvergleich diente uns unsere Herbsttour im Rothaargebirge auf dem „Wittgensteiner Schieferpfad“, die wir Ende Oktober unternommen hatten und die wir hier ausführlich vorstellen. Dem Vergleich mit der „Extratour Guckaisee“ konnte sie übrigens nicht im Entferntesten standhalten und fiel in weiten Teilen auch per se bei uns durch – was absolut nicht nur am fehlenden Sonnenschein lag. Gerade solch ein direkter Vergleich veranschaulicht sehr gut, dass selbst zwischen prämierten, in gleicher Jahreszeit gegangenen Strecken noch Welten liegen können.

Als Fazit kann man aus unserer Sicht festhalten, dass eine negative Kritik an der „Extratour Guckaisee“ ein Meckern auf sehr hohem Niveau wäre. Noch mehr Urlaubsfeeling für Bergwanderfreunde geht in Deutschland nur im alpinen Raum, im Elbsandsteingebirge oder in Teilen des Harzes.


Länge

ca. 20,2 km


Landschaft

Hügel, Felsen, Geröllhalden, Wiesen, Laubwald, See, Flussquelle, Bachläufe.


Streckenführung

Eine überwiegend sehr spannend gestaltete Strecke von enormer landschaftlicher und topografischer Vielfalt mit etlichen Highlights wie etwa das Fliegerdenkmal auf Felsen, „Pferdskopf“, Guckai-Badesee, Fuldaquelle, „Schafstein“ mit gigantischen Blockschutthalden sowie natürlich der Wasserkuppe mit Fliegeranlagen und -museum, UNESCO-Informationszentrum, Rhön-Info-Zentrum, Kletterpark, Ski-Anlagen und Fliegern.

Idyllische Schlängelpfade im Wechsel mit breiten Wald- und Wiesenwegen. Wenige Straßenquerungen und Abschnitte auf Wirtschafts- bzw. Kieswegen sowie nur eine kurze Dorfdurchquerung.

Unzählige Stellen mit unbeschreiblich schönem Ausblick!


Streckenzustand

Durchweg in Ordnung. Die Tour kann sicher auch bei Schnee (nicht bei Eis) in den meisten Abschnitten gut gelaufen werden. Dann mit hohen Wanderschuhen und Stock. Wenig Unrat gemessen an der Popularität der Gegend. Rastplätze an sinnvoll gewählten Stellen sowie viele Einkehrmöglichkeiten auf der Wasserkuppe und „unten“ im Dorf. Darüber hinaus viele Stellen, die zum Picknicken einladen. Wegbeschilderung könnte noch ein wenig verbessert werden (in Obernhausen gut nach dem Streckenverlauf schauen!).


Schwierigkeitsgrad

Technisch nur mittel. Allerdings verlangt die 20-km-Tour mit ihren teilweise beachtlichen Steigungsabschnitten – es sind immerhin 712 Höhenmeter zu bewältigen – einiges an Kondition ab. Wir stufen den Rundweg trotzdem nur als „mittel“ ein, obwohl der Wegbetreiber ihn selbst als „schwer“ deklariert.


Erforderliches Equipment

Wanderschuhe. Getränke. Brotzeit nicht zwingend erforderlich, da es Einkehrmöglichkeiten gibt. Bei kühlem Wetter unbedingt Kopf- und Windschutz. Bei entsprechendem Wetter dringend Sonnencreme, -brille und -hut!


Familientauglichkeit

Für die meisten Kinder vermutlich zu lange Tour. Unser Vorschlag: im Sommer in einer kleinen Gruppe laufen, so dass einige Erwachsene mit den Kindern mittendrin abbrechen und zum Baden und Spielen am Guckaisee bleiben, während die anderen die Runde beenden und erstere später mit dem Auto am See abholen.

Für Kinderwagen und Buggys ist die Strecke nicht geeignet.


Wandern mit Hund

Schafft er 20 km? Dann wird er die Tour lieben!


Tipps

In den oberen Abschnitten extrem windig! Bei kühlem Wetter sollte man sich auf diesen Sachverhalt kleidungstechnisch einrichten.

Nach Möglichkeit nicht Wochenende oder Feiertag wählen, da die Gegend stark frequentiert wird. Sehr früh morgens anreisen, um einen guten Parkplatz am Fliegerzentrum zu ergattern (Parken ist hier kostenfrei) und die Ruhe genießen zu können.

Fernglas mitnehmen lohnt sich definitiv.


Foto-Streckenbeschreibung

(Bilder bitte anklicken, um sie im Großformat zu betrachten)

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Start am Fliegerzentrum der Wasserkuppe bei etwa 950 Meter ü.N.N.: Offenbar liebt auch die Sonne die Rhön so sehr, dass sie dort besonders malerisch auf und unter geht. Auch viele Fotos, von Freunden aufgenommen, die dort häufig zum Wandern, Skifahren oder Fliegen weilen, belegen dies eindrucksvoll. Es lohnt sich auf jeden Fall morgens sehr zeitig einzutreffen und das Naturschauspiel zu bewundern. Wer die 20-Kilometer-Strecke richtig genießen und ein paar gemütliche, ausgiebige Pausen einlegen möchte, benötigt ohnehin den gesamten Tag bis zum Abend.
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Kaum hat der Wanderer im Morgengrauen all die Lokalitäten, Info-Zentren und Shops auf dem Plateau hinter sich gelassen, da eröffnet sich ihm schon ein unvergleichlicher Blick über die hügeligen Weiten der erwachenden Rhön.
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Noch hüllen herbstliche Nebelschleier die Dörfer und Wiesen zwischen den Anhöhen romantisch ein und die weiten Flächen der Wasserkuppe sind taubedeckt, doch der strahlend blaue Himmel und das Schattenspiel lassen bereits erahnen, dass dies ein besonders schöner Endnovembertag werden wird.
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Kein Auto- oder Industrielärm, der heraufdringt, keine hässlichen Bauwerke und Wirtschaftswege: Herrliche Luft, wohltuende Ruhe und ein wunderbarer Fernblick lassen auch die Mühen einer mehrstündigen Anreise auf der Stelle vergessen und versetzen augenblicklich in Urlaubsstimmung.
Bei dem Berg im Hintergrund handelt es sich um die „Milseburg“.
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Am Westhang der Wasserkuppe passiert man nach kurzem Weg das 1923 errichtete Fliegerdenkmal für die gefallenen Feldpiloten des Ersten Weltkrieges. Der Vulkanschlot, auf dem es errichtet wurde, wird „Loessl Steine“ genannt. Jenseits aller Ideologie und Pathetik imponiert es durch seine nicht zu leugnende künstlerische Ästhetik und natürlich durch die herrliche Landschaft, vor der es sich dem Betrachter wie vor einer meisterhaft grundierten Leinwand präsentiert.
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Wir verlassen das Plateau beschwingten Schrittes auf breitem, geschottertem Weideweg und bemerken zur Linken die hübschen, bunten Schirme am Himmel: die ersten Paragliding-Flugschüler dieses Morgens, die sich mutig vom Hügel in die Lüfte schwingen.
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Sehr gut läuft es sich auf diesem gepflegten Weg hinüber zum nächsten Highlight, dem „Pferdskopf“. Zuweilen vergibt man dabei, dass man sich weder im Allgäu noch in der Toskana, sondern mitten in Hessen befindet… und ertappt sich selbst bei einem seligen Lächeln. Genau so muss Wandern sein!
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Eine kleine Ziegenherde turnt zwischen den Felsbrocken am Wegesrand und macht das Bild einer alpinen Idylle perfekt.
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Über kaskadenartige Stufen erklimmen wir bei unglaublich kräftigen Herbstwindböen den Pferdskopf beinahe wie eine Pyramide und haben einige Mühe, beim Fotografieren und Umherschauen nicht von seinem Plateau geweht zu werden. Die Basaltgesteinsformation vulkanischen Ursprungs stellt einen ca. 875 Meter hohen Südwestausläufer der Wasserkuppe dar und lädt zum Kraxeln ein. Einige Meter nordöstlich davon befindet sich der so genannte Karfreitagsstein.
Ein Segelflieger-Freund erklärte uns, dass das Gipfelkreuz des Pferdkopfs aus Sicherheitsgründen vor Jahren einige Meter weiter nach unten verlegt wurde.

Inzwischen haben wir etwa 8 Uhr und es ist uns noch nicht ein einziger Wanderer an diesem wunderschönen Morgen in dieser herrlichen Landschaft begegnet, obwohl sich oben auf der Wasserkuppe bereits eine muntere Besucherschar tummelt.
Im Verlauf des Tages und der Strecke werden wir natürlich einigen anderen Wanderfreunden begegnen, aber man kann sagen, dass sich der Andrang (zumindest in dieser Jahreszeit) in angenehmen Grenzen hält. Präzise ausgedrückt trafen wir höchstens alle 10 – 15 Minuten zwei Personen, was man wohl bei solch gutem Wetter und derartig sensationeller Landschaft als wenig erachten darf. Zum Vergleich: Im Harzer Bodetal muss der Wanderer an Schönwettertagen u. U. damit rechnen, dass er quasi von den zahlreichen anderen Besuchern durchs Tal und die Auf- und Abstiege „geschoben“ wird!

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Steil, stufenreich, idyllisch und zauberhaft ist der Pfad, auf dem man sich abwärts zum Guckaisee begibt.

Damit unsere Fotoserie nicht zu umfangreich wird, haben wir davon keine Aufnahmen gepostet und uns auf den kleinen, aber feinen Guckaisee beschränkt, der ja namensgebend für diese Tour ist. Man kann sich gut vorstellen, dass sich hier bei Hitze eine Menge Besucher tummeln.

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Tische und Bänke, die an bestens ausgewählten Stellen zur Rast einladen, hat diese Strecke in ausreichendem Maße und sie befinden sich auch allesamt in einem prima Zustand. Allerdings schreit die „Guckaisee-Tour“ mit ihren malerischen Winkeln und Wiesen geradezu nach einem klassischen Picknick. Und so haben wir einige Kilometer oberhalb des zu durchquerenden Ortes Obernhausen im Waldgebiet der „Eube“ eine sehr idyllische Stelle an einem Bachlauf gewählt, um dort bei strahlendem Sonnenschein mit Decke auf trockenem Laub Kaffee und Kuchen zu genießen.
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Teils am Wiesenrain entlang, teils auf lichtem Waldweg, aber fast die ganze Zeit über mit schöner Aussicht geht es nach der Ortschaft Obernhausen erst einmal ohne nennenswerte Steigungen weiter.
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Als nächster „Erlebnispunkt“ der Strecke ist die Fuldaquelle angedacht. Nachdem man ohne nennenswerte Mühen wieder einige Höhenmeter zugelegt hat, durchquert man allerdings erst einmal solche wunderschönen, wildromantischen Waldabschnitte mit moosüberwuchertem Gestein. Gerade bei sonnigem Wetter ein traumhaftes Schauspiel im Nachmittagslicht.
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Beinahe mystisch und verwunschen erscheinen Nadelwald und Felsbrocken einige hundert Meter unterhalb der Fuldaquelle. Als unscheinbarer Rinnsal plätschert einem hier nun das gerade erst entsprungene Flüsschen links des Weges entgegen.
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Das obligatorische Foto mit dem Titel „Ein Fuß auf jeder Flussseite“ darf natürlich nicht fehlen. Wenn man zu dieser Jahreszeit wochentags irgendwo auf dieser Tour eine kleine Menschentraube findet, dann ist es genau hier.

Viele Besucher parken auf der anderen Straßenseite direkt oberhalb der Quelle, um rasch hinüber zu gehen und leere Flaschen mit Wasser zu füllen oder einfach mal einen Blick auf den berühmten Ursprung der Fulda zu werfen.

Eine tolle Sitzgruppe mit Tischen und Brunnenanlage findet sich einige hundert Meter nach der Fuldaquelle am weiteren Weg, der hier ordentlich mit Split belegt ist.

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Die Tour hat wirklich viele eindrucksvolle und idyllische Stellen, aber unser persönliches Highlight ist der „Schafstein“ bei Wüstensachsen. Dieser ca. 832 Meter hohe Berg im Naturpark Hessische Rhön beeindruckt enorm mit seinen „verwunschenen“ Pfaden durch urwaldartigen Baumbestand und seltene Pflanzen wie Geflecktes Knabenkraut, Türkenbund oder Märzenbecher sowie durch seine gewaltigen, blau-grau schillernden Blockhalden aus Basaltgestein, die vor allem an der Nord- und Ostseite zu finden sind. Diese fossilen Blockgletscher sind bis zu 100 Meter breit und 240 Meter lang.
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Der Schafstein ist wahrlich ein Ort mit ganz besonderer Aura, so dass er bei günstigem Licht immer einige Fotografen mit tollem technischen Equipment anzieht, die an den Oberkanten der Blockhalden unscheinbar Stellung beziehen, um Flora und Fauna künstlerisch zu verewigen.
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Ein Ort, an dem man sich beim Flüstern ertappt, der nicht von dieser Welt zu sein scheint und an dem man lange verweilen möchte.
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Bevor wir den Schafstein ein wenig wehmütig wieder verlassen müssen, noch ein letzter Blick über die nördliche Blockhalde in Richtung Milseburg.

Unspektakulär und unangestrengt geht es nun vorwiegend über breite Kieswege zurück zum Parkplatz auf der Wasserkuppe, während die letzten Strahlen der Novembersonne die Hügel der Rhön in sanftes Licht hüllen.

Hach, schön war’s… wunderschön!

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