Restaurant „Die Sperre“ in Winterberg-Siedlinghausen (Hochsauerland)

Wandern im Sauerland – Essen wie Gott in Frankreich


(mehr Bilder finden Sie weiter unten auf dieser Seite)

Geheimtipps sind ein Paradoxon: Am liebsten möchte man ja ein kleiner Egoist sein und das Objekt der Begeisterung möglichst lange vor der Öffentlichkeit verstecken. Andererseits neigt der Mensch im Allgemeinen und der Redakteur im Speziellen dazu, andere an der eigenen Begeisterung teilhaben lassen zu wollen 🙂

Wir von Per pedes gehören bekanntlich allein schon von Berufs wegen zu letztgenannter Kategorie und stellen Euch daher immer mal wieder an passender Stelle Unterkünfte oder Lokale vor, die uns absolut überzeugt haben aber überregional noch nicht ganz so bekannt sind.

Da wir kürzlich die schöne Ferienwohnung Tiggelkamp in der Nähe von Winterberg im Sauerland bewertet haben, also gleich noch ein Restaurant-Tipp aus diesem Gebiet: Genuss auf hohem Niveau zu wirklich fairen Preisen bietet – etwas abseits und unscheinbar an der Landstraße L742 zwischen Winterberg und Siedlinghausen gelegen – „Die Sperre“.


Die Ausgangssituation

Wir fanden irgendwo im Internet eine Gästebewertung mit dem Tenor: ‚Quasi Sterneküche, ohne dass man Sterne-Preise zahlen muss.‘ Und das trifft es absolut! Nicht umsonst wurde das Haus in den Jahren 2014 bis 2016 im Rahmen des Wettbewerbs „Westfälischer Gastronomenpreis“ mit Topnoten ausgezeichnet.

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Betreiber und Koch Patrick Simon, selbst gebürtiger Siedlinghäuser, der das verwaiste Gasthaus vor vier Jahren übernommen und ihm unter heutigem Namen mit seinem Team neues Leben und Flair eingehaucht hat, ohne die Tradition zu vergessen, versteht sein Handwerk ganz hervorragend und wirbt auf seiner Homepage zu Recht mit „Altbewährtem und kulinarischen Genüssen“.


Der erste Eindruck

Schon beim Betreten des alten Gebäudes mit zugegebenermaßen berufsbedingter Skepsis wurden wir im vorderen Teil äußerst angenehm überrascht: Statt der in Landgasthäusern noch häufig anzutreffenden „Plastikblumenkränzchen-Gemütlichkeit“ und Mobiliar mit bajuwarischer Anmutung empfing uns ein geschmackvoll, zurückhaltend-modern gestalteter Saal mit großen Fenstern, in dem wir uns trotz des draußen zwischenzeitlich tobenden Unwetters extrem wohl fühlten.

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Die überaus freundliche Begrüßung und der tolle Service während des gesamten Abends trugen das Ihrige zum Wohlbefinden bei.


Die angebotenen Speisen

Wenn man im Vorfeld einige besonders lobende Worte über ein Restaurant liest, ist die Erwartungshaltung bezüglich der Speisekarte und deren praktischer Umsetzung natürlich entsprechend hoch.

In diesem Fall kam allerdings bereits beim Amuse-Gueule, einem Tomatenpesto mit zwei Sorten leckerem (selbstgebackenem?) Brot, echte Gaumenfreude bei uns auf. Das Brot war so gut, dass es leider nicht nicht mehr auf einem Foto festgehalten werden konnte 😉

Gerade bei solchen relativ unspektakulären Appetithäppchen zeigen sich eben doch die kleinen aber feinen Unterschiede in der Zubereitung.

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Die Speisekarte selbst präsentiert sich relativ übersichtlich – was im Hinblick auf Frische und Sorgfalt bei der Zubereitung immer eine sinnvolle, clevere Entscheidung ist – und deckt dabei die wesentlichen Geschmacksvorlieben sicher gut ab. Von Gerichten aus der traditionellen, deutschen Küche über Vegetarisches bis hin zu ausgeklügelten Kreationen ist alles vertreten.

Unsere Entscheidung fiel bei den Vorspeisen auf „Gebackenen Ziegenkäse auf fruchtigem Paprika-Chutney mit Wildkräutersalat und Feigensenf“ bzw. gebackenen Mozzarella nebst leckerem Drumherum. Klingt gut, schmeckte vorzüglich und sah sehr hübsch aus, was nicht unwichtig ist, da das Auge ja bekanntlich mitisst.
Als Hauptgang wählten wir „Pasta alla mamma“ mit Garnelen (Bandnudeln mit Kaiserschoten, Pfifferlingen und Kirschtomaten in Basilikum-Pesto geschwenkt und einer gefüllten Bricktasche serviert) bzw. als rustikaleres Menü „Spare Ribs fein mariniert mit Honig und Chili serviert mit Pommes frites und einem bunten Salat“.

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Bewertung

Kurzum: optisch wundervoll angerichtete, geschmacklich absolut überzeugende Köstlichkeiten! Kein blasiertes Chefkoch-Getue zu horrenden Preisen und auch keine Miniportionen, bei denen „eine edelst-gefüllte Winzigkeit an einem Hauch von“ irgendetwas bunt Gefärbtem, abenteuerlich Drapiertem im hohlen Zahn verschwindet und man nach dem Menü solchen Kohldampf schiebt, dass man unter Umständen gewandet in das Feinste, was der heimische Kleiderschrank hergibt, im nächsten Schnellimbiss aufschlägt.

Experimentierfreudige Kochkunst gepaart mit handwerklichem Können, gewürzt mit Gastfreundlichkeit und Bodenständigkeit – das macht „Die Sperre“ in unseren Augen zu einem „Geheimtipp“, der sich auch überregional herumsprechen sollte.


Tipps und Randnotizen

Man kann übrigens die gute Küche nebst Bier vom Fass etc. bei entsprechendem Wetter auch im Biergarten genießen, den Saal für Feierlichkeiten mieten oder den Catering-Service in Anspruch nehmen.

Und wie uns verraten wurde, ist geplant, das Gasthaus in absehbarer Zeit noch um einige Fremdenzimmer zu ergänzen.

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Dass auch im eher traditionell gehaltenen eigentlichen Gastraum, wo die meisten Gäste an diesem Abend bei Speis und Trank saßen, supergute Stimmung herrschte, spricht für sich bzw. für „Die Sperre“.

Mehr als einmal wurde von scheidenden Gästen freudig beteuert, „ganz sicher nicht das letzte Mal zum Essen hier gewesen“ zu sein. Eine Aussage, der wir uns nur anschließen können!


Weiterführende Informationen

„Die Sperre“, Sorpestr. 80, 59955 Winterberg, Nordrhein-Westfalen
Homepage mit Speisekarte, Foto-Impressionen und Kontakt: www.die-sperre.de

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